Title: Aicardi-Goutières Syndrom
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Molekulargenetische Diagnostik für das Aicardi-Goutières Syndrom

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

hiermit möchten wir Sie darüber informieren, dass wir im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes über die Pathogenese des Aicardi-Goutières Syndroms (AGS) die molekulare Diagnostik für das AGS anbieten.

 

Das AGS ist durch eine progrediente Leukoenzephalopathie mit Beginn im frühen

Säuglingsalter gekennzeichnet, die in der Regel mit einer schweren psychomotorischen

Entwicklungsverzögerung und einer postnatalen Mikrozephalie einhergeht. Innerhalb der ersten Lebensmonate kommt es zu dystonischen Bewegungsstörungen oder Krampfanfällen und rumpfbetonter muskulärer Hypotonie. Charakteristisch sind Verkalkungen der Basalganglien, eine Lymphozytose sowie eine Interferon-alpha-Erhöhung im Liquor. Häufig bestehen eine Thrombozytopenie und eine Transaminasenerhöhung bei Hepatosplenomegalie. Weiterhin zeigen sich Augenmotilitätsstörungen, Hyperekzitabilität, Schreiattacken und Schlafstörungen sowie Fieberschübe ohne Erregernachweis. Die Erkrankung verläuft typischerweise schubartig mit Phasen der Stabilisierung. Manche Kinder zeigen kutane Läsionen im Bereich der Akren, die sich vor allem in der kalten Jahreszeit manifestieren. Die Erkrankung ähnelt klinisch einer intrauterinen viralen Infektion und wird daher auch Pseudo-TORCH Syndrom genannt.

 

Das AGS wird autosomal-rezessiv vererbt und ist genetisch heterogen. Bis heute wurden 5 Gene (AGS1/TREX1; AGS2/RNASEH2B; AGS3/RNASEH2C; AGS4/RNASEH2A; AGS5/SAMHD1) identifiziert, die ein AGS verursachen können. Zudem wurden bisher weltweit 2 Kinder mit einer heterozygoten de novo Mutation im AGS1/TREX1-Gen beschrieben. Es ist davon auszugehen, dass es weitere Gene gibt, die ein AGS verursachen können, da bei etwa 15-20% der klinisch verdächtigen Fälle keine Mutationen in den bekannten AGS-Genen achweisbar sind.

 

Da wir vermuten, dass sich unter den bisher ungeklärten Fällen mit Leukodystrophie, die dem LEUKONET vorgestellt wurden, auch Patienten mit einem AGS befinden, möchten wir den zuweisenden Kinderneurologen und Mitarbeitern des LEUKONET die molekular-genetische Diagnostik aller 5 AGS-Gene (AGS1/TREX1; AGS2/RNASEH2B; AGS3/RNASEH2C; AGS4/RNASEH2A; AGS5/SAMHD1) in Dresden anbieten. Hierfür benötigen wir 2-5 ml EDTA-Blut.

 

Die Bearbeitungsdauer für die Diagnostik beträgt ca. 2-4 Wochen. Erhobene Befunde werden in Form eines humangenetischen Gutachtens mitgeteilt. Sollten Sie eine AGS-Diagnostik wünschen, bitten wir um vorherige telefonische Absprache.

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Dr. med. Georgia Ramantani

Neuropädiatrie

PD. Dr. med. Min Ae Lee-Kirsch

Humangenetik

 

 

Kontaktdaten:

Dr. Georgia Ramantani

Sektion Epileptologie

Neurozentrum

Universitätsklinikum Freiburg

Breisacher Str. 64, 79106 Freiburg

georgia.ramantani@uniklinik-freiburg.de

Tel: 0761-270 5061

Fax: 0761-270 5003

 

PD Dr. Min Ae Lee-Kirsch

Klinische Forschung

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Technische Universität Dresden

Fetscherstr. 74, 01307 Dresden

minae.lee-kirsch@uniklinikum-dresden.de

Tel: 0351-458 16878

Fax: 0351-458 6333

 




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